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Verbandsgemeinde
Bitburg-Land
Geschichte im Detail
Die Verbandsgemeinde Bitburg-Land in ihrer heutigen Form wurde aufgrund des Inkrafttretens der kommunalen Neugliederung vom 07. November 1970 als Körperschaft des öffentlichen Recht gebildet. Mit heute 27.587 ha Fläche und 18.000 Einwohnern ist sie eine der größten Verbandsgemeinden des Landes Rheinland-Pfalz. Sie befindet sich im Eifelkreis Bitburg-Prüm in unmittelbarer Nachbarschaft zum Königreich Belgien und dem Großherzogtum Luxemburg.
Die ältesten uns vorliegenden Zeugnisse einer organisierten
Verwaltungstätigkeit reichen bis in die römische Zeit
zurück. Als erobertes Gebiet gehörte unsere Heimat damals zur
römischen Provinz "Beglich", welche direkt dem Kaiser
unterstand. Als Vertreter des römischen Kaiserreiches fungierte
ein Statthalter, dem sowohl die militärische Führung als auch
die zivile Verwaltung, Officium, und das Gerichtswesen
unterstanden. Das Officium setzte sich ausschließlich aus
Offizieren und Soldaten der Provinztruppe zusammen. Seien
Tätigkeit beschränkte sich überwiegend auf die Überwachung der
Lokalverwaltung, die Ausschließlich mit Aufgaben der
Daseinsverwaltung betraut waren. Die zentrale Finanzverwaltung
oblag dem römischen Prokurator in Trier, ebenso waren die
Staatspost und die Verwaltung der kaiserlichen Güter zentral
geregelt.
Die beginnende Völkerwanderung beendete gegen Ende des 4.
Jahrhunderts die römische Herrschaft, da die Franken
Besitz vom Bitburger Land ergriffen hatten. Es entstand
schließlich der Bedgau. Um die Jahrtausendwende wurde die alte
Gauverfassung dann gesprengt. Unter luxemburgischer
Landeshoheit wurden zahlreiche Herrschaften eingerichtet, die
die Verwaltungsaufgaben ausführten.
Bis zum Beginn der französischen Besatzungszeit stand der
größte Teil der heutigen Verbandsgemeinde unter
österreichisch/luxemburgischer Landeshoheit, während lediglich
der nördliche und der südwestliche Teil und kurtrierischer
Herrschaft standen. Als untere Verwaltungsebenen bestanden zu
jener Zeit die Herrschaften Bickendorf, Hamm, Ließem/Wolsfeld,
Oberweiler, Rittersdorf, Trimport, Dudeldorf und Bettingen, die
Probstei Bitburg, die Prümer Schultheisserei Seffern sowie die
kurtrierischen Ämter Kyllburg und Welschbillig.
Mit den französischen Revolutionsheeren, die seit dem Jahre 1794
unsere Heimat Stück für Stück eroberten, kam eine radikale
Umwälzung, die der jahrhundertealten Staats- und
Gesellschaftsordnung ein jähes Ende setzte. Im selben Jahr noch
begann die französische Militärverwaltung mit dem Aufbau
eines dreistufigen Behördensystems, das als unterste
Verwaltungseinheiten in die Mairien (Bürgermeistereien)
aufgeteilt war. Vom 03. September 1795 datiert die erste uns
vorliegende Urkunde aus dem Bereich der heutigen Verbandsgemeinde
Bitburg-Land, ausgestellt von der Mairie Fließem.
Insgesamt bestanden im Bereich der heutigen Verbandsgemeinde 18
eigenständige Mairien:
Baustert, Bettingen, Bickendorf, Biersdorf, Dockendorf, Dudeldorf,
Fließem, Idenheim, Meckel, Messerich, Metterich, Oberweis,
Ordorf, Rittersdorf, Seffern, Stockem, Wissmannsdorf, Wolsfeld.
Weitere 6 Mairien waren für die Verwaltung von Ortsgemeinden der
heutigen Verbandsgemeinde zuständig:
Alsdorf, Bitburg, Peffingen, Schankweiler, Utscheid und Weidingen.
Der Friede von Campo Formio am 8. Oktober 1797 brachte den
Verzicht der alten Herrschaften auf die besetzten Gebiete, und die
Französische Militärverwaltung wurde durch Gouvernementskommissare
abgelöst.
Unter dem Regiment des aus dem Elsass stammenden
Gouvernementskommissars Rudler erfolgte ab 1798 die systematische
Übernahme innerfranzösischer Rechts- und
Verwaltungsverhältnisse und die Einrichtung der Départements
Roer, Sarre, Rhin-et Moselle und Mont-Tennère. Während die
ehemals luxemburgischen Landesteile bereits seit 1795 als
Département de Forèts mit Frankreich vereinigt waren, wurden die
kurtrierischen Gebiete jetzt zum Département de la Sarre zusammengefasst.
Somit waren schließlich die Ortsgemeinden der heutigen
Verbandsgemeinde Bitburg-Land auf beide Verwaltungsbezirke
aufgeteilt.
Mit dem Frieden von Lunéville am 09. März 1801 wurde das
französisch besetzte Rheinland mit Frankreich vereinigt. Mit
Wirkung vom 23. September 1802 trat die französische Verfassung
in den vier rheinischen Départements in Kraft. Dieser
politische Zustand wurde erst durch den Einmarsch der
preußisch-russischen Truppen im Januar 1824 wieder verändert.
Die französische Zeit währte somit kaum 20 Jahre.
Durch den Wiener Kongress 1814/1815 kam das Bitburger Land
zum Königreich Preußen. Am
09. März 1814 löste die Übergangsverwaltung des
Generalgouvernements Mittelrhein mit Sitz in Trier die
französische Herrschaft ab. Der 31. Mai 1814 brachte dessen
Auflösung und die Vereinigung mit dem Generalgouvernement
Niederrhein. Als übergeordneter Instanz nahm am 22.04.1816
die Regierung in Trier ihre Tätigkeit auf. Die
Verwaltungsbezirke, die während der französischen Zeit
entstanden waren, wurden in der preußischen Zeit beibehalten.
Somit blieben auch die 24 Mairien unter dem Namen
"Bürgermeisterei" bestehen.
Im Jahre 1822, nach der preußischen Landeseinteilung, entstand
die preußische Rheinprovinz. Jetzt wurden auch im
kommunalen Bereich Reformen angestrebt, die vorerst allerdings
nicht realisiert werden konnten. Im Zuge der Verwaltungsvereinfachung
erfolgten dann jedoch bald Zusammenlegungen oder die Verwaltung in
Personalunion. Schließlich bestanden im Bereich der heutigen
Verbandsgemeinde noch 5 eigenständige Verwaltungen:
Amt Bickendorf
Die Verbandsgemeinde Bickendorf bestand bis zum Jahre 1856 aus den
Bürgermeistereien Bickendorf, Seffern und Biersdorf, die seit
1824 in Personalunion verwaltet wurden. Während die Mairien
Bickendorf und Biersdorf zum Arrondissement Bitburg gehörten,
zählt die Mairie Seffern zum Arrondissement Prüm. Der Sitz der
Verwaltung war bis zum Jahre 1827 in Rittersdorf und danach bis
1852 in Ehlenz. Seit 1852 war Bickendorf Verwaltungssitz. 1856
schließlich wurde aus den drei Bürgermeistereien das neue Amt
Bickendorf geschaffen.
Amt Bitburg-Land
Das
Amt Bitburg-Land bestand seit 1816 aus den Bürgermeistereien
Bitburg, Fließem, Rittersdorf, Meckel und Idenheim. Seit 1860
erfolgte die Verwaltung der Bürgermeistereien in Personalunion
durch das Amt Bitburg-Land mit Sitz in Bitburg. Die Verwaltung der
Stadt Bitburg, die bis dahin ebenfalls in Personalunion mit
den umliegenden Bürgermeistereien geführt worden war, wurde von
1860 bis 1880 aus diesem Verband gelöst. Weiterhin bestand von
1880 bis 1897 und während des Dritten Reiches wieder eine
gemeinsame Verwaltung von Bitburg-Land und Bitburg-Stadt. Von den
bereits im Jahre 1866 eingeleiteten Maßnahmen der
Verwaltungsreform wurde die Verbandsgemeinde Bitburg-Land in ihrer
damaligen Form erstmals durch die Eingliederung der Gemeinden
Irsch, Masholder, Matzen, Mötsch und Stahl in das Gebiet der
Stadt Bitburg mit Wirkung vom 07.06.1969 betroffen.
Amt Dudeldorf
Die
Bürgermeisterei Dudeldorf setzte sich aus den Mairien Dudeldorf,
Gindorf, Metterich und Ordorf zusammen. Sitz der Verwaltung war
Dudeldorf. Erste Bestrebungen eines Zusammenschlusses der
Bürgermeistereien wurden bereits im Jahre 1840 verzeichnet. Der
Widerstand der kleineren Bürgermeistereien Ordorf und Metterich
gegen einen solchen Zusammenschluss war bis 1864 erfolgreich. Ab
diesem Zeitpunkt existierte das Amt Dudeldorf bis zum Jahre1969 in
unveränderter Form.
Amt Oberweis
Die aus 24 Gemeinden bestehende Verbandsgemeinde Oberweis war aus 6 Bürgermeistereien zusammengewachsen, und zwar Outscheid, Baustert, Stockem, Weidingen, Wißmannsdorf und Oberweis. Diese Bürgermeistereien wurden bereits seit 1824 in Personalunion verwaltet. Der Streit um den Sitz des Bürgermeisters, der um 1855 im Outscheid und vorher sowie später wieder in Weidingen war, löste sich erst im Jahre 1871, als die 6 Bürgermeistereien zu dem Amt Baustert mit Sitz in Oberweis zusammengefasst wurden. Gegen 1920 beschlossen die Bürgermeistereien mit 35 : 10 Stimmen, den Amtssitz wieder nach Baustert zu verlegen, weil dieser Ort Zentrum des Verwaltungsbezirkes sei. Es kam jedoch nicht hierzu und im Jahre 1929 wurde in Oberweis ein eigenes Amtsgebäude für die Bürgermeisterei Oberweis erworben.
Amt Wolsfeld
Das Amt Wolsfeld mit seinen 15 Gemeinden war ebenfalls aus dem Zusammenschluss von 6 Bürgermeistereien Alsdorf, Dockendorf, Messerich, Peffingen und Bettingen von Wolsfeld aus in Personalunion verwaltet. Im Jahre 1870 wurden die Gemeinden Schankweiler und Holsthum dem Wolsfelder Bezirk angegliedert, die bis zu diesem Zeitpunkt als eigene Bürgermeisterei Schankweiler von Metttendorf/Körperich mitverwaltet worden waren. Die bereits 1840 einsetzenden Bestrebungen zur Neugliederung der Bürgermeisterei führten 1856 zu ersten Erfolgen, die den Zusammenschluß der Bürgermeistereien Alsdorf, Messerich und Bettingen zur Bürgermeisterei Alsdorf brachten. Seit 1870 existierten nur noch die Bürgermeistereien Alsdorf, Dockendorf, Peffingen und Schankweiler mit Sitz in Wolsfeld zusammengeschlossen. Verwaltungssitz war die Gemeinde Wolsfeld.
Weitere Informationen zur Geschichte unseres Raumes
finden Sie auf den Seiten der einzelnen Ortsgemeinden
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