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Fließemer eröffnen Dreifachjubiläumsjahr ![]() Die vier Festredner beim Start ins Jubiläumsjahr 2004. vl. Beig. Hubert Schaal, Bürgermeister Jürgen Backes, Ortsbürgermeister Klaus Schnarrbach und Staatssekretär Karl-Peter Bruch (Foto: T. Schnarrbach) 2002 feierten die Oberweiser ihr 1200jähriges Gemeindejubiläum, im vergangenem Jahr folgten die Hermesdorfer mit ihrem 900jährigen Jubiläum, nunmehr anno 2004, blicken die Fließemer gleich auf 3 historische Ereignisse zurück. 2000 Jahre röm. Siedlungsgeschichte, 1200 Jahre urkundlicher Nachweis von in Flaistershaim gelegenen Gütern in einem Tausch zwischen Abt Tankrad von Prüm und Beringar, der diese Güter von seiner Mutter Gomalinde geerbt hatte und 900 Jahre Pfarrkirche Kreuzerhöhung/St. Stephanus in Fließem. Diese drei Anlässe werden die Fließemer während des gesamten Jahres 2004 beschäftigen. Die tradi-tionellen Veranstaltungen wäh-rend des Jahreskreises werden ganz im Zeichen der Jubiläen durchgeführt. Zu den Höhepunkten zählt, neben dem Treffen der römischen Solda-ten des Bitburger Landes Anfang Juli, das große Jubiläumsfest am 14. und 15. Au-gust, an dem altes Dorfleben lebendig gemacht wird. Am Ende des Jahres ist die Vorstellung der Ortschronik vorgesehen. Die Eröffnung des großen Jubiläumsjahres fand bereits am zweiten Sonntag dieses Jahres statt. Im Eröffnungsgottesdienst in der Fließemer Pfarrkirche überbrachte Domkapitular Dr. Rainer Scherschel die Glückwünsche von Bischof Dr. Reinhard Marx. In der sich anschließenden Feier im Gemeindehaus konnte Ortsbür-germeister Klaus Schnarrbach neben den Vertretern des Ortsgemeinderates, den Vereinsvorsitzenden, den Repräsentanten der ortsansässigen Firmen und Unternehmen viele Bürgerinnen und Bürger begrüßen. Ihnen galt an diesem Tag das Fest, als Dank für die bisherige Unterstützung und Vorbereitung des Festjahres. Für den Schirmherrn des Festjahres, Ministerpräsident Kurt Beck, hieß der Ortsbürgermeister Staatssekretär Karl Peter Bruch, verschiedene Bundes- und Landtagsabgeordnete, für den Landkreis in Vertretung von Landrad Graef den Beigeordneten Hubert Schaal und für die Verbandsgemeinde Bitburg-Land Bürgermeister Jürgen Backes herzlich willkommen. Staatssekretär Karl Peter Bruch überbrachte die Glückwünsche des Ministerpräsidenten und ging in seiner Festansprache auf die Bedeutung der Dorfgemeinschaft ein. "Sie haben hier in Fließem ein intaktes, gutes Vereinsleben, sie haben hier Einrichtungen, die es ermöglichen, sowohl im kulturellen als auch im sportlichen Bereich tätig zu sein, ich konnte mich von dieser guten Dorfgemeinschaft vor drei Jahren bei einem Besuch überzeugen", so führte Karl Peter Bruch aus. In seiner Rede unterstrich der Staatssekretär die Bedeutung des Ehrenamtes sowohl in der Vereinsarbeit als auch im Gemeindeleben. Nur mit diesem aufopferungsvollem engagierten Einsatz vieler Mitbürgerinnen und Mitbürger kann Dorfgemeinschaft gelebt werden. Karl Peter Bruch überreichte dem Ortsbürgermeister das in Bleiglas kunstvoll gefertigte Landeswappen als Geschenk des Ministerpräsidenten und wünschte der Dorfgemeinschaft ein frohes Festjahr. Bürgermeister Jürgen Backes begann seine Ansprache mit den Ausführungen: "Liebe Fließemer, 2000 Jahre römische Siedlungsgeschichte, 1200 Jahre Ortsgeschichte, 900 Jahre Kirchengeschichte, drei Jubiläen, die bereits einzeln betrachtet, Grund genug wären, zusammengenommen jedoch über 4000 gute Gründe zum Feiern sind" und "sie tun recht daran, diese drei Jubiläen nicht nur an einem Tag, sondern in gebührender Weise während des gesamten Jahres 2004 zu feiern". In einem festlichen Gottesdienst wurde in der Fließener Pfarrkirche, eines der ältesten und schönsten Gotteshäuser im Trierer Land, das Jubiläumsjahr eröffnet. Zusammen mit Domkapitular Dr. Rainer Scherschel zelebriete Pastor Hermann Ludwig Meiser und Vikar Ludwig Krag unterstützt von Diakon Weber die Eucharistiefeier. Vom Projektchor der Pfarrei Fließem mit dem Chor der Kantorei Liebfrauen unter Leitung von Dekanatskantor Thomas Netter wurde die Messe in S-Dur von Karl Kraft gesungen und festlich gestaltet. In der Festpredigt gratulierte Domkapitular zum Jubiläum und überbrachte die Glückwünsche von Bischof Dr. Reinhard Marx. ![]() Domkapitular Dr. Rainer Scherschel bei der Festpredigt "900 Jahre Pfarrkirche/Pfarrgemeinde, dazu gehört nicht nur der Bau des Kirchengebäudes, die ständige Unterhaltung und die Erneuerung des schönen Gotteshauses, dazu gehört auch Bekenntnis zum Glauben und die Weitergabe des Glaubens an Christus unseren Herrn", so führte Dr. Scherschel aus. Die Bedeutung des Glaubens, die Unverzichtbarkeit von Gebet, Eucharistiefeier und Sakramenten für die Menschen in den Pfarreien, das unterstrich der Domkapitular in seiner Festpredigt. "Wir brauchen diesen Glauben für das friedliche Zusammenleben der Menschen, für den Fortbestand der Menschheit, für die Werterhaltung unserer Gesellschaft", so forderte Dr. Scherschel die Gemeinde zum Festhalten am Glauben und zur Weitergabe an die nachfolgenden Generationen auf. Anschließend wechselte die Festgesellschaft ins Fließemer Gemeindehaus. Bundestagsabgeordneter Peter Rauen wurde gemeinsam mit Ortsbürgermeister Klaus Schnarrbach mit einer Pferdekutsche, sicher gelenkt von Leo Leinen zum Gemeindehaus gebracht. Auch das, so betonte der Ortsbürgermeister bei der anschließenden Feier im Ge-meindehaus, ein Teil unserer Pfarrgeschichte. Von 1878 bis 1903 hatte die Fließemer Pfarrei keinen eigenen Pastor und wurde vom Nachbarort Erdorf versorgt. Der Geistliche wurde von einem Pferdegespann von Gedertz abgeholt und wieder zurückgebracht. ![]() Der Projektchor Bitburg/Fließem unter Leitung von Thomas Netter eröffnete den Festakt im Gemeindehaus. Mit Die Welt ist voll Musik, Möge die Straße und Lobet den Herrn war der Startschuss zum Festjahr auch weltlich gelungen. Auch hier überzeugte der Projektchor durch klassische Darbietungen ebenso wie bei der Messfeier in der Pfarrkriche. Applaus im Gemeindehaus war der Dank für diese Darbietungen. ![]() Klaus Schnarrbach ging kurz auf die 2000-jährige Siedlungsgeschichte auf dem Gemarkungsbereich der Gemeinde ein. So hatten sich bereits vor den Römern im Bereich von Weilerbüsch germanische Stämme einen schönen Platz ausgesucht, um hier der Landwirtschaft nachzugehen und die Jagd zu betreiben. Im der ersten Hälfe des 1. Jahrhunderts kamen dann die Römer. Im Jahre 1825 wurden die Mosaikböden von dem Landwirt Hilarius Leick bei Ackerarbeiten gefunden, bei weiteren Grabungen im Jahre 1929 entdeckte man vorrömische Siedlungsreste. Die Römer bleiben bis ins 5. Jahrundert, keltische Stämme übernahmen den Besitz, weitere Ansiedlungen sind entstanden, so auch ein fränkischer Gutshof an der Stelle, wo heute eine kleine Waldkapelle steht. Von einem ersten Landtausch zeugt eine Urkunde aus dem Jahre 804, es folgen weitere bedeutsame Schenkungen, über viele Jahre wurde das Gut mit der Klosterkirche von den Prümer Benediktinern verwaltet. Im 11./12. Jahrhundert entstand dann eine eigenständige Pfarrei mit Pfarrkirche in Fließem. 1787 wurde das Gut mit Pfarrkirche unter Pastor Dominikus Kellen abgerissen, wertvolle Teile dieser Klosterkirche befinden sich in der heutigen Fließemer Pfarrkirche. "Damit sind wir schon fast in der Gegenwart angekommen, aber auch die Geschichte der beiden letzten Jahrhunderte weist viele Besonderheiten auf, denen wir in diesem Jahr nachgehen werden", so Klaus Schnarrbach bei seiner Begrüßung. Wir werden unsere Geschichte im Festjahr 2004 nicht nur neu entdecken, sondern auch sicherlich einige Epochen neu erleben. Für den Landkreis Bitburg-Prüm überbrachte Beigeordneter Hubert Schaal die Grüße von Landrat Graef. Schaal ging in seiner Grußansprache auf die besondere geschichtliche Bedeutung der Römervilla, aber auch auf die Geschichte der Gemeinde im kommunalen Be-reich ein. Der Beigeordnete gratulierte Fließem und seiner Bevölkerung zum Festjahr. Bürgermeister Jürgen Backes führte in seiner Ansprache weiter aus: "Die Fließemer selbst haben es ja relativ einfach, Geschichtsaufarbeitung zu betreiben. Wie in keinem andere Dorf der Verbandsgemeinde Bitburg-Land haben Sie hier tagtäglich eine jahrtausendalte Siedlungsgeschichte vor Augen. Ich denke hierbei natürlich insbesondere an die Villa Otrang, deren erste Entdeckung von Mosaikböden bereits im Jahre 1825 sowie die Freilegung von zwei Tempeln im Jahre 1911 ein Glücksfall für das Bitburger Land war. Aber nicht nur mit der Villa Otrang wird in Fließem Geschichte gegenwärtig. Der wohl außergewöhnlichste Verein des Dorfes, ja vielleicht des ganzen Kreises Bitburg-Prüm, die Milites Bedenses bieten anlässlich verschiedener Veranstaltungen eine Augenweide bei der Prä-sentation der römischen Lebensweise. Heute, wo die Fließemer auch auf eine zweitausendjährige Siedlungsgeschichte zurückblicken, möchte ich die Gelegenheit wahrnehmen, den römischen Soldaten den Dank der Verbandsgemeinde für die hervorragende Arbeit auszusprechen, mit der Sie letztendlich auch das gesamte Bitburger Land repräsentieren. Erwäh-nen, so Bürgermeister Backes, möchte ich aber auch das einzigartige Heimatmuseum der Ortsgemeinde. Mit Leick´s Haus wird den Besuchern das arbeitsreiche Leben der einfachen Familie des 19. und 20. Jahrhunderts verdeutlicht. Auch hier steckt eine Menge Arbeit drin, die dem Betrachter zunächst vielleicht gar nicht so bewusst ist. Der Bürgermeister beließ es nicht nur bei der Betrachtung der Vergangenheit, er prognostizierte für die Gemeinde Fließem auch eine positive Zukunft.Dabei ging er auf die Bevölkerungsentwicklung ein und die Entwicklungen des Ortes. "Die Ortsgemeinde wird gemeinsam mit der Verbandsgemeinde Bitburg-Land den Gewer-bepark an der A 60 weiterentwickeln und erschließen. Damit werden ortsnahe Arbeitsplätze entstehen. Wo Arbeitsplätze sind, wird auch Wohnraum benötigt. Auch diesen Anforderun-gen genügt die Gemeinde Fließem mit der Ausweisung und Erschließung eines Neubaugebietes Auf dem Gärtchen. Diese beiden Faktoren, Arbeitsplätze und Wohnraum, bieten vor allem jungen Familien mit Kindern den notwendigen Anreiz, um sich in Fließem dauerhaft anzusiedeln und hier zu bleiben. Eine Bestätigung der positiven Entwicklung sieht Jürgen Backes auch in der steigenden Bevölkerungsentwicklung. Er rief die Fließemer auf: Weiter so. Zum Schluss dankte der Bürgermeister der Verbandsgemeinde Bitburg-Land der Bevölkerung der Gemeinde, den Helferinnen und Helfern, die bisher viele Stunden zur Vorbereitung geleistet haben und für die kommenden Veranstaltungen ebenso gefordert sind. Er würdigte das vielfältige ehrenamtliche Engagement in der Gemeinde und schloss seine Ausführungen mit einem Satz eines österreichischen Dichters: "Die Gegenwart ist, woran wir uns in Zukunft erinnern werden", so rief er zum gemeinsamen Feiern im Jubiläumsjahr auf, damit wir uns alle in Zukunft gerne an das Dreifach-Jubiläumsjahr erinnern. ![]() Zwischen den Festansprachen spielte das Holzbläserensemble der Kreismusikschule unter Leitung von H. Heuschen auf, klassische gekonnte Begleitung des Festaktes, zum Schluss ein Geburtstagsständchen der feiernden Gemeinde. Ortsbürgermeister Klaus Schnarrbach übereichte den Festrednern eine Erinnerungsurkunde an diesen Tag, an das seltene Jubiläum in Fließem, besonders Bürgermeister Backes und Staatssekretär Bruch sicherten zu, im Verlauf des Festjahres sicherlich die ein oder andere Gelegenheit zu nutzen, um mit den Fließemern zu feiern. "In der Eifel spürt man, dass man willkommen ist, in der Eifel ist es immer schön mit den Menschen zu feiern, ich komme gerne in die Eifel, ich komme gerne nach Fließem", so der Gast aus Mainz bei seiner Verabschiedung. Dann war es der Musikverein Fließem unter Leitung von Rainer Serwe, der mit einem tollen Musikprogramm für die weitere Unterhaltung beitrug. Zu den Klängen der Musiker kam Festtagsstimmung auf, Volkslieder sorgten dafür, dass die ersten Gäste mitsangen. Es folgte dann eine Überraschung im Unterhaltungsprogramm. Auf der Bühne des Gemeindehauses wurden vier Drehorgeln aufgebaut. Orgels-Jupp (alias Josef Leuschen ) mit seinen Mannen brachtem die schönen Instrumente zum Klingen. Schon bei ersten Beitrag entfachten sie Begeisterung, die Berliner Luft lud zum Mitsingen ein, über Stunden haben die Laierkastenmänner zum Singen, Schunkeln, Tanzen eingeladen, Stimmung gemacht. Im Gemeindehaus nur Staunen über die unverwechselbaren Klänge dieser alten Instrumente, einhellige Meinung, diese Drehorgel gehören zum Jubiläumsjahr und werden die ein oder andere Veranstaltung in Fließem begleiten. Mit langem Applaus wurden die Drehorgelspieler verabschiedet. So hatte man viele der Gäste in Stimmung gebracht, es wurde gesungen und gefeiert bis spät in die Nacht, ein gelungener Start ins Festjahr 2004. Klaus Schnarrbach Ortsbürgermeister
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